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Entzündung & Zellenergie

Chronische Entzündungen und Mitochondrien: Was die Forschung zeigt

Zwischen Entzündungssignalen und mitochondrialer Funktion besteht ein enger biologischer Zusammenhang. Bei Long COVID wird er intensiv untersucht. Das ist relevant, aber noch kein Beweis dafür, dass eine einzelne Zellstörung alle Beschwerden erklärt oder IHHT sie behebt.

Markus Spiegelhalder9 Min. Lesezeit
Wissenschaftlich inspirierte Darstellung des Zusammenspiels von Immunzellen und Mitochondrien
Wissenschaftlich inspirierte Illustration: Mitochondrien wirken an Energieversorgung, Stressantwort und zellulärer Signalgebung mit.

Wenn Erschöpfung, Brain Fog oder Belastungsintoleranz nach einer Infektion bleiben, liegt die Frage nach Entzündung und Zellenergie nahe. Ich finde diese Frage berechtigt. Ich finde aber auch wichtig, aus einer spannenden Forschungsrichtung kein fertiges Behandlungsergebnis zu machen. Genau da beginnt eine ehrliche Betrachtung.

Kurz gesagt

Entzündungsprozesse können Mitochondrien belasten. Gestresste Mitochondrien können ihrerseits Entzündungswege beeinflussen. Dieser Rückkopplungskreis ist biologisch gut begründet. Wie stark er bei einer einzelnen Person zu Beschwerden beiträgt, lässt sich aus Symptomen oder einem normalen Blutbild allein nicht bestimmen.

Was Mitochondrien mit Entzündung zu tun haben

Mitochondrien stellen ATP bereit, einen zentralen Energieträger für zahlreiche Zellprozesse. Sie sind zugleich an Stressantworten, Calciumhaushalt, programmiertem Zelltod und der Kommunikation mit dem Immunsystem beteiligt. Das macht sie nicht zur alleinigen Schaltzentrale jeder Erkrankung, aber zu einem wichtigen Teil der zellulären Regulation.

Akute Entzündung ist zunächst sinnvoll. Sie hilft dem Körper, auf Verletzungen oder Erreger zu reagieren. Problematisch kann eine fehlgesteuerte oder anhaltende Aktivierung werden. Dann können Entzündungsmediatoren und oxidativer Stress auch die Funktion von Mitochondrien beeinträchtigen.

Der mögliche Rückkopplungskreis, Schritt für Schritt

  1. Entzündung erzeugt zellulären Stress. Bestimmte Botenstoffe und reaktive Sauerstoffspezies können Membranen, Proteine und Stoffwechselwege belasten.
  2. Mitochondrien verändern ihre Arbeit. Unter Stress kann die Energiegewinnung weniger effizient werden. Gleichzeitig können weitere reaktive Sauerstoffspezies entstehen.
  3. Gestresste Mitochondrien senden Gefahrensignale. Bestandteile wie mitochondriale DNA können entzündliche Signalwege und Inflammasome beeinflussen.
  4. Qualitätskontrolle wird wichtig. Mitophagie hilft, beschädigte Mitochondrien abzubauen. Ist diese Regulation gestört, können belastete Organellen länger bestehen bleiben.

Das ist kein unumkehrbarer Vier-Schritte-Automatismus. Je nach Erkrankung, Gewebe und Ausgangslage unterscheiden sich die Abläufe erheblich. Der Begriff „Teufelskreis“ beschreibt ein mögliches Muster, ersetzt aber keine Diagnose.

Long COVID: ein wichtiges Forschungsfeld, keine Monokausalität

Bei Long COVID wurden unter anderem Veränderungen des Immunsystems, der Gefäßfunktion, des autonomen Nervensystems und des Energiestoffwechsels beobachtet. Reviews aus 2024 und 2025 berichten auch mitochondriale Auffälligkeiten. Damit wird die Forschung konkreter. Sie beweist bislang jedoch nicht, dass mitochondriale Dysfunktion die eine zentrale Ursache aller Long-COVID-Verläufe ist.

Fatigue, Brain Fog, nicht erholsamer Schlaf und Post-Exertional Malaise passen zu einer gestörten Belastungsregulation. Sie sind aber nicht spezifisch für Mitochondrien. Bei Post-Exertional Malaise verschlechtern sich Beschwerden oft zeitverzögert nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Belastung. Dann ist „mehr Reiz“ nicht automatisch die richtige Antwort. Der Umgang mit Belastung muss besonders vorsichtig und medizinisch abgestimmt sein.

Wenn Untersuchungen keine Erklärung liefern, lesen Sie ergänzend unseren Beitrag zu anhaltender Erschöpfung trotz unauffälliger Befunde.

Was IHHT biologisch interessant macht

IHHT arbeitet mit kontrollierten Phasen sauerstoffreduzierter und sauerstoffreicher Luft. Der Körper reagiert auf veränderte Sauerstoffverfügbarkeit über fein regulierte Signalwege. Die Grundlagen dieser Sauerstoffwahrnehmung wurden 2019 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gewürdigt.

Wichtig ist die Trennung: Der Nobelpreis galt der zellulären Sauerstoffregulation, nicht IHHT. Aus einem plausiblen Mechanismus folgt noch kein klinischer Wirksamkeitsnachweis. Einen verständlichen Überblick über ATP und Zellenergie finden Sie in unserem Beitrag über die Funktion von Mitochondrien.

Was die IHHT-Studien tatsächlich hergeben

Eine systematische Übersichtsarbeit von 2022 fand nur acht kontrollierte Humanstudien mit sehr unterschiedlichen Gruppen und Endpunkten. Es gab positive Signale, die Daten reichen aber nicht für pauschale Aussagen zu Entzündung, Mitochondriogenese oder chronischer Erschöpfung.

Für Long COVID liegt eine kontrollierte Pilotstudie aus einer stationären Rehabilitation vor. 145 Teilnehmende erhielten entweder die Standardrehabilitation oder zusätzlich IHHT. In der IHHT-Gruppe verbesserten sich unter anderem Gehstrecke, Fatigue und Lebensqualität stärker. Die Zuteilung war jedoch nicht randomisiert, die Studie war offen und IHHT war Teil eines umfangreichen Rehabilitationsprogramms. Das Ergebnis ist ermutigend, aber noch kein Beleg, dass IHHT allein Long COVID behandelt oder für Menschen mit ausgeprägter PEM geeignet ist.

Was wir deshalb nicht versprechen

  • keine garantierte Bildung neuer Mitochondrien
  • keine verlässliche Senkung chronischer Entzündungen
  • keine Behandlung oder Heilung von Long COVID, ME/CFS oder Burnout
  • keine feststehende Wirkung nach zehn Sitzungen

Wie Previum verantwortungsvoll vorgeht

Bei Previum in München-Bogenhausen beginnt nicht jede Anfrage mit einem Trainingsplan. Ich möchte zuerst wissen: Was wurde ärztlich geklärt? Gibt es Post-Exertional Malaise? Wie reagiert Ihr Körper auf kleine Belastungen? Welche Erkrankungen und Medikamente müssen berücksichtigt werden?

  1. Erstgespräch: Beschwerden, Diagnosen, Belastbarkeit und Ziele werden besprochen.
  2. Eignungsprüfung: Ein überwachter Eingangstest hilft bei der Dosierung. Er ist kein diagnostischer Nachweis mitochondrialer Gesundheit.
  3. Individuelles Protokoll: Nur wenn IHHT vertretbar erscheint, wird der Reiz vorsichtig angepasst und während der Einheit überwacht.
  4. Transparente Auswertung: Zehn Einheiten können einen praktischen Zyklus bilden. Entscheidend sind Verträglichkeit und nachvollziehbare Veränderungen, nicht eine vorab versprochene Wirkung.

Gerade bei komplexer Erschöpfung ist ein ehrliches Nein manchmal die bessere Empfehlung. IHHT ergänzt eine ärztliche Versorgung, ersetzt sie aber nicht.

Mein Fazit

Die Verbindung zwischen Entzündung und Mitochondrien ist real und wissenschaftlich relevant. Bei Long COVID liefert sie wichtige Hinweise, aber noch keine einfache Gesamterklärung. IHHT ist ein untersuchter ergänzender Reiz mit ersten klinischen Signalen. Mehr zu behaupten, wäre schneller als die Evidenz. Mir ist lieber, wir prüfen gemeinsam, was für Ihre Situation verantwortbar ist.

Häufige Fragen zu Entzündung, Mitochondrien und IHHT

Wie hängen chronische Entzündungen und Mitochondrien zusammen?

Entzündungsmediatoren und oxidativer Stress können Mitochondrien belasten. Umgekehrt können gestresste Mitochondrien Signale freisetzen, die Entzündungswege beeinflussen. Dieser wechselseitige Zusammenhang ist biologisch gut beschrieben, erklärt aber nicht automatisch jede Form von Erschöpfung.

Ist mitochondriale Dysfunktion die Ursache von Long COVID?

Mitochondriale Veränderungen werden bei Long COVID intensiv untersucht und in verschiedenen Studien beobachtet. Long COVID gilt jedoch als komplexes, heterogenes Krankheitsbild. Eine einzelne zentrale Ursache ist bislang nicht belegt.

Kann IHHT chronische Entzündungen senken?

Einzelne Studien berichten Veränderungen bestimmter Gesundheits- oder Entzündungsparameter. Die Studienlage ist klein und heterogen. Daraus lässt sich weder eine verlässliche Entzündungssenkung noch eine Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen ableiten.

Ist IHHT bei Long COVID oder ME/CFS geeignet?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Besonders bei Post-Exertional Malaise ist jede zusätzliche Belastung vorsichtig zu prüfen. IHHT ersetzt keine ärztliche Diagnostik und sollte bei komplexen Erkrankungen nur nach medizinischer Abklärung und individueller Nutzen-Risiko-Prüfung erwogen werden.

Beweist der Nobelpreis 2019 die Wirksamkeit von IHHT?

Nein. Der Nobelpreis würdigte die Grundlagenforschung dazu, wie Zellen Sauerstoffverfügbarkeit wahrnehmen und sich daran anpassen. Diese Biologie ist für Hypoxiereize relevant, stellt aber keinen Wirksamkeitsnachweis für IHHT dar.

Wie viele IHHT-Sitzungen sind notwendig?

Previum bietet unter anderem Zyklen mit zehn individuell dosierten Einheiten an. Diese Zahl ist ein praktischer Trainingsrahmen, keine wissenschaftliche Wirkungsschwelle. Ob IHHT überhaupt passt und wie jemand reagiert, muss individuell beurteilt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

Passt IHHT überhaupt zu Ihrer Situation?

Im persönlichen Gespräch prüfen wir Beschwerden, Belastbarkeit und medizinische Rahmenbedingungen. Sie bekommen eine klare Einschätzung, auch wenn IHHT nicht der passende nächste Schritt ist.

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In 15 Minuten wissen Sie, ob IHHT zu Ihnen passt.

Wir hören zu, ordnen Ihre Situation ein und sagen Ihnen klar, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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